FÜHRUNGEN - SCHAUSAMMLUNG + ROMAN ONDAK 

SCHAUSAMMLUNG

Unter dem Motto „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“ lädt die neue Auswahl der Sammlung zu einer Reise durch Zeit und Raum ein. Der Rundgang führt den Besucher durch über 200 Jahre Kunst und Geschichte und zugleich an verschiedene Orte: Es sind Stätten historischer Ereignisse, Städte des künstlerischen Austausches. Ferner geht es um Landschaften der Inspiration, die die Künstlerinnen und Künstler in Italien, in der Schweiz sowie insbesondere an der Ostseeküste fanden. Die Darstellungen fiktiver Orte in Traum- und Alptraumszenen schöpfen hingegen aus inneren Bildern und Visionen. Dem roten Faden folgt der Blick auf die Breslauer Malerschule und das damit zusammenhängende Kunstschaffen der sogenannten Goldenen Zwanziger Jahre im Osten der Weimarer Republik und auch über deren Grenze hinaus. Eine Gegenüberstellung von Werken deutscher, tschechischer, russischer und polnischer Künstler zeigt den Austausch zwischen Ost und West, der auch durch den Eisernen Vorhang nicht unterbunden wurde. 

 

Ein besonderes Highlight ist das Werk von Wenzel Hablik (1881-1934). Bereits als Kind faszinierten Hablik Kristalle, die er bei Spaziergängen in der Umgebung seiner nordböhmischen Heimat in Brüx (Most / Tschechien) fand. Ihre Strukturen inspirierten den Künstler zu fantastischen Landschaften mit Kristallschlössern, als er 1902 sein Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule aufgenommen hatte. Mit seinen späteren Entwürfen von Tempeln, Türmen und Innenraumeinrichtungen stand er der expressionistischen Architekturvorstellung nahe. In Deutschland prägte diese um 1920 vor allem die Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“, der neben Bruno Taut oder Walter Gropius auch Hablik angehörte. Es handelte sich dabei mehr um utopische Projekte mit dem Ziel, die Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg zu erneuern, als um tatsächlich realisierte Bauten.

 

Im langen Titel seines Werkes von 1921, das sich im KOG befindet, liefert Wenzel Hablik eine Beschreibung seines visionären Architekturentwurfs: „Dom-Inneres. Festhalle – Gondelkanal – Wasserkünste – leuchtende Gasglasballons“. Es ist ein idealer Ort voller Licht, Farbe, aber auch besonderer technischer Effekte, dessen Formen durch die Natur inspiriert sind. Hier kann der Mensch Anregungen schöpfen und zu jener durch die Kunst angestrebten Erneuerung gelangen.

Wenzel Hablik, Dom-Inneres. Festhalle – Gondelkanal – Wasserkünste – leuchtende Gasglasballons, 1921, Öl auf Leinwand, 132 x 95 cm, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg. Foto. Wolfram Schmidt, Regensburg.

AUSSTELLUNG „Based on True Events“

ROMAN ONDAK

„Based on True Events“ nennt der slowakische Konzeptkünstler Roman Ondak

seine Ausstellung, die noch bis 9. September im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

zu sehen ist. Roman Ondak (*1966) setzt sich hier mit den aktuellen

gesellschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten auseinander. „Nach wahren

Begebenheiten“, verheißt der Titel der Schau, doch in unserer Welt der Fake

News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend

geworden. Was ist denn wahr und wer bestimmt, was Wahrheit ist? Und

welchen Abstand zur Realität umschreibt das Wort „nach“? Roman Ondaks

Konzeptkunst stellte schon immer solch unbequeme Fragen, nun ist sie

aktueller denn je.

In den Mittelpunkt der Präsentation in Regensburg stellt Ondak zwei bedeutende

Werke der letzten Jahre. Mit „New Observations“ (1995/2018), die er erstmals zeigt,

knüpft er an seinen documenta-Beitrag „Observations“ (1995/2011) an. Beides sind

Serien von Fotografien, die er einem sechzig Jahre alten Lehrbuch menschlicher

Kommunikation entnommen hat. Ihrem ursprünglichen Kontext entzogen entpuppen

sich die Fotos und Bildunterschriften als pseudowissenschaftlich und ungewollt

komisch. Die Rauminstallation „Signature“ (2014) zeigt die geschätzte

Schreibmaschine aus Ondaks Kindertagen – zerlegt in fünfzig Einzelteile. Der

Künstler seziert seine Vergangenheit und fügt sie in neuer Form zusammen. Neben

bekannten Arbeiten wie dem Film „Lucky Day“ (2006) zeigt die Ausstellung auch

neue Meisterwerke wie „Perfect Society“ (2018) und „Planets I–X“ (2016–18).

Ausgehend von sehr persönlichen Eindrücken – Objekten wie Erlebnissen – erschafft

Roman Ondak Arbeiten, die klug und zugleich universell verständlich und zugänglich

sind. Für seine humanistischen Idealen verpflichtete, global gültige Kunst erhielt er

den Lovis-Corinth-Preis 2018.

Roman Ondak, Planets I-IX, 2016-2018; bemalte Pressspanplatte, Linoleum, Kelle von Schöpflöffel; Courtesy of the artist; Foto: Dita Lamačová

Treffpunkt:

Museumskasse; Einlass nur mit gültiger Karte; die Karten sind vorab am Infostand des Kunstforums bei den roten Säulen erhältlich und nur für die angegebene Führung (Uhrzeit) gültig (max. 25 Teilnehmer / Führung). 

FREITAG - 03.08.

 

 

 

 

19.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

19.15 Uhr Schausammlung

19.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

19.45 Uhr Schausammlung

20.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

20.15 Uhr Schausammlung

20.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

20.45 Uhr Schausammlung

21.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

21.15 Uhr Schausammlung

21.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

SAMSTAG - 04.08.

18.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

18.15 Uhr Schausammlung

18.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

19.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

19.15 Uhr Schausammlung

19.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

19.45 Uhr Schausammlung

20.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

20.15 Uhr Schausammlung

20.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

20.45 Uhr Schausammlung

21.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

21.15 Uhr Schausammlung

21.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

22. 00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

22.15 Uhr Schausammlung

22.30 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"

23.00 Uhr Ausstellung "Roman Ondak"